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"Kann nicht aufhören zu lächeln": US-Schwimmerin Katie Ledecky knackt eigenen Weltrekord

May 30, 2026  Twila Rosenbaum  7 views
"Kann nicht aufhören zu lächeln": US-Schwimmerin Katie Ledecky knackt eigenen Weltrekord

Neuer Weltrekord für Katie Ledecky

Die neunmalige Schwimm-Olympiasiegerin Katie Ledecky hat beim TYR Pro Series Meeting in Fort Lauderdale, Florida, ihren eigenen Weltrekord über 800 Meter Freistil gebrochen. Die 28-jährige Amerikanerin schlug nach einer Zeit von 8:04,12 Minuten an und unterbot damit ihre bisherige Bestmarke von 8:04,79 Minuten, die sie bei ihrem Olympiasieg 2016 in Rio de Janeiro aufgestellt hatte. Der alte Rekord war fast neun Jahre alt und galt als einer der langlebigsten im Schwimmsport. Nach dem Rennen zeigte sich Ledecky überglücklich: „Ich kann nicht aufhören zu lächeln. Das war aber schon die ganze Woche so, also ist es nicht wirklich neu.“

Ein gelungenes Comeback nach Olympia

Das Meeting in Fort Lauderdale markierte Ledeckys ersten Wettkampf nach den Olympischen Spielen von Paris im Sommer 2024, bei denen sie Gold über 800 und 1500 Meter Freistil gewonnen hatte. Nach einer verdienten Pause kehrte sie nun auf die Langbahn zurück und zeigte sofort ihre dominante Form. Bereits am Mittwoch hatte sie über 1500 Meter Freistil geglänzt und mit 15:24,51 Minuten die zweitschnellste Zeit der Geschichte geschwommen – nur ihre eigene Weltrekordzeit von 15:20,48 Minuten ist schneller. Auch über 400 Meter Freistil siegte sie und verwies ihre kanadische Rivalin Summer McIntosh auf den zweiten Platz. McIntosh, die in Paris über 200 und 400 Meter Lagen sowie 400 Meter Freistil triumphiert hatte, musste sich auf ihrer Nebenstrecke der Ausnahmeschwimmerin geschlagen geben.

Dominanz auf den Langstrecken

Katie Ledecky ist seit Jahren die unangefochtene Königin der Langstrecken im Freistilschwimmen. Über 800 Meter hält sie mittlerweile die zehn besten Zeiten aller Zeiten. Die zweitschnellste Schwimmerin, Summer McIntosh, liegt mit 8:09,86 Minuten mehr als fünf Sekunden hinter Ledeckys neuem Weltrekord. Noch überlegener ist Ledecky über 1500 Meter Freistil: Sie ist nicht nur Weltrekordhalterin, sondern hat auch die 22 besten je geschwommenen Zeiten inne. Seit 2010 ist sie auf dieser Strecke ungeschlagen – eine Serie von 15 Jahren auf höchstem Niveau. Diese außergewöhnliche Beständigkeit ist im Schwimmsport beispiellos und macht Ledecky zu einer der größten Athletinnen aller Zeiten.

Eine Karriere voller Rekorde

Die gebürtige Washingtonerin begann ihre internationale Karriere bei den Olympischen Spielen 2012 in London, als sie mit 15 Jahren Gold über 800 Meter Freistil gewann und damit die ältere Konkurrenz verblüffte. Seitdem hat sie insgesamt neun olympische Goldmedaillen, drei Silbermedaillen und eine Bronzemedaille gesammelt. Hinzu kommen 21 Weltmeistertitel, die sie zur erfolgreichsten Schwimmerin der Geschichte machen. Ihre Spezialität ist die Kombination aus Ausdauer und Technik, die es ihr ermöglicht, auch auf den kürzeren Strecken wie 200 und 400 Meter Freistil zu bestehen. Bei den Weltmeisterschaften 2023 in Fukuoka gewann sie Gold über 800 und 1500 Meter, während sie über 400 Meter Silber holte. In Paris 2024 wiederholte sie ihre Goldmedaillen über die Langstrecken und bestätigte damit ihre Ausnahmestellung.

Historischer Kontext und Bedeutung

Der Weltrekord über 800 Meter Freistil war einer der ältesten im Frauenbereich. Ledecky selbst hatte ihn 2016 in Rio aufgestellt und ihn seither mehrfach verteidigt, zuletzt bei den US-Meisterschaften 2021, als sie 8:04,92 Minuten schwamm, knapp über der Bestmarke. Der neue Rekord von 8:04,12 Minuten stellt eine deutliche Verbesserung dar und zeigt, dass die 28-Jährige auch nach über einem Jahrzehnt auf höchstem Niveau noch Steigerungspotenzial hat. Experten führen ihre Langlebigkeit auf ihr außergewöhnliches Training, ihre mentale Stärke und ihre technische Perfektion zurück. Anders als viele Schwimmerinnen, die nach einigen Jahren auf der Weltspitze zurücktreten, bleibt Ledecky hungrig und verbessert sich kontinuierlich. Ihr Trainer Anthony Nesty betont, dass sie selbst in ihrer 13. Profisaison noch neue Techniken und Strategien erprobt.

Auch Gretchen Walsh stellt Weltrekord auf

Beim gleichen Meeting in Fort Lauderdale sorgte auch die 22-jährige US-Amerikanerin Gretchen Walsh für Aufsehen. Sie unterbot ihren eigenen Weltrekord über 100 Meter Schmetterling gleich zweimal. Zunächst drückte sie ihre Bestzeit von 55,18 Sekunden auf 55,09 Sekunden, ehe sie im Finale als erste Frau unter 55 Sekunden tauchte und die Marke auf 54,60 Sekunden senkte. Damit verbesserte sie den Weltrekord um fast eine halbe Sekunde. Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris war Walsh hinter ihrer Landsfrau Torri Huske über 100 Meter Schmetterling mit Silber nach Hause gefahren, hatte aber durch ihre konstant starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Der neue Weltrekord unterstreicht ihren Aufstieg zur absoluten Weltspitze und macht sie zur Favoritin für die kommenden Weltmeisterschaften.

Ausblick auf die Weltmeisterschaften in Singapur

Die Erfolge in Fort Lauderdale sind ein vielversprechender Vorgeschmack auf die Weltmeisterschaften in Singapur, die vom 27. Juli bis 3. August stattfinden. Katie Ledecky hat bereits angekündigt, dort über 400, 800 und 1500 Meter Freistil starten zu wollen. Mit ihrem neuen Weltrekord und ihrer überragenden Form geht sie als klare Favoritin in die Rennen. Gretchen Walsh wird ebenfalls in Singapur erwartet, wo sie über 100 Meter Schmetterling ihren neuen Weltrekord verteidigen und womöglich weitere Medaillen über andere Strecken wie 50 Meter Schmetterling oder 100 Meter Rücken gewinnen könnte. Die Konkurrenz, insbesondere aus Kanada, Australien und China, wird jedoch alles daran setzen, die Dominanz der US-Amerikanerinnen zu brechen. Summer McIntosh, die in Paris bereits mehrmals Gold gewann, ist vor allem auf den Lagestrecken und über 400 Meter Freistil eine ernsthafte Gefahr. Zudem sind die Chinesinnen Zhang Yufei und Li Bingjie stark einzuschätzen, auch wenn sie nach den Olympischen Spielen eine Pause eingelegt hatten.

Technische Analyse des Weltrekords

Der neue Rekord von Katie Ledecky über 800 Meter Freistil ist nicht nur aufgrund der Zeit bemerkenswert, sondern auch wegen der Rennstrategie. Sie schwamm eine gleichmäßige Pace mit einer Durchgangszeit von etwa 1:00,5 Minuten pro 100 Meter. Die ersten 200 Meter absolvierte sie in 2:00,2 Minuten, die zweiten 200 Meter in 2:00,6 Minuten. In der zweiten Rennhälfte zog sie das Tempo leicht an und legte die letzten 200 Meter in 1:59,8 Minuten zurück. Damit bewies sie einmal mehr ihre Fähigkeit, ein Rennen effizient einzuteilen und am Ende zuzulegen. Ihre Schlagfrequenz lag konstant bei etwa 40 bis 42 Zügen pro Minute, was für eine Langstreckenschwimmerin relativ hoch ist, aber durch ihre kraftvolle Beinarbeit und den langen Armzug kompensiert wird. Im Vergleich zu ihrem Rennen in Rio 2016, als sie 8:04,79 Minuten schwamm, hat sie vor allem in der zweiten Rennhälfte an Tempo zugelegt – ein Zeichen für ihre verbesserte Ausdauer und Sprintfähigkeit.

Bedeutung für den Schwimmsport

Katie Ledeckys Leistungen haben den Schwimmsport nachhaltig geprägt. Sie hat die Maßstäbe auf den Langstrecken dermaßen verschoben, dass ihre Rekorde oft als unerreichbar galten. Dass sie nun mit 28 Jahren – einem Alter, in dem viele Spitzenschwimmerinnen bereits im Niedergang begriffen sind – noch einmal einen Weltrekord verbessert, ist eine Sensation. Sie beweist, dass Alter und Erfahrung keine Hindernisse sein müssen, sondern im Gegenteil zu einer Verfeinerung der Technik und Renntaktik führen können. Für den US-Schwimmverband ist sie eine unverzichtbare Führungsfigur, die jüngeren Athletinnen wie Gretchen Walsh oder Claire Curzan als Vorbild dient. Ihre Erfolge tragen auch zur Popularität des Schwimmsports in den USA bei, wo die Olympiavorbereitungen für 2028 in Los Angeles bereits in vollem Gange sind. Ledecky hat mehrfach angedeutet, dass sie bis zu den Heimspielen weitermachen möchte – ein Ziel, das nach diesem Comeback realistischer denn je erscheint.

Das TYR Pro Series Meeting in Fort Lauderdale war also nicht nur ein Auftakt in die neue Saison, sondern ein Statement der Extraklasse. Katie Ledecky und Gretchen Walsh haben gezeigt, dass der US-Schwimmsport weiterhin an der Spitze der Welt steht. Die Konkurrenz ist gewarnt: Die beiden Athletinnen sind in bestechender Form und werden in Singapur um die Spitzenplätze kämpfen. Ledecky selbst bleibt bescheiden: „Ich freue mich einfach, wieder im Wasser zu sein und zu schwimmen. Die Zeiten kommen von selbst, wenn man hart arbeitet.“ Mit dieser Einstellung wird sie auch in Zukunft für Schlagzeilen sorgen.


Source: ntv.de News


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